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Mario Behling's blog

Stadtforum Berlin: Panel Stadtentwicklung, Aktion gegen Palastabriss und Null-Toleranz-Politik gegenüber Berliner Bandenpolitik

Café Moskau, 3. Februar 2006, ein Stadtforum des Berliner Senats „talents, technology, tolerance_berlin”. Da waren einige Professoren, ein Vorzeigeunternehmer und die Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer. Sie war in den letzten Wochen vor allem damit beschäftigt den Palastabriss voranzutreiben. Kurz nach meinem Eintreffen startete deshalb gleich eine Aktion des Bündnisses für den Palast und auch sonst konnten sich die Berliner Politiker einiges Anhören. Unter starkem Beifall der hinteren Ränge und Schweigen der vorderen Ränge forderte Stefan Krätke von der Europa-Universität Viadrina „Null-Toleranz gegenüber der organisierten Bandenpolitik Berliner Politiker“.

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Basta! Berlin! Mitten in Kreuzberg, eine freundliche Insel auf der man sich zu Hause fühlt

Das Basta in Berlin. Solche Orte habe ich vermisst in den letzten Jahren in Berlin, aber es gibt sie noch oder besser es gibt sie immer wieder. Zufällig geraten wir hier rein. Von einem Tisch grüßen uns ein paar nette Gesichter. Offensichtlich haben sie das hier aufgemacht. In der Ecke gibt es einen alten Kohleofen und auf den Tischen stehen Wassergläser mit einer Peperoni und einer Blume. Die kleine Theke ist auch ganz lieb gemacht mit Blümchen, einer Schale mit Streichhölzern und einigen aufgestapelten Zitronen. Wir bestellen uns ein Hefeweizen während ein Gast dem „Barkeeper“ vorführt, wie man so ein Bier professionell mit einer auf den Kopf gedrehten Flasche einfüllt. Unser „Barkeeper“ macht es sofort nach und natürlich geht das halbe Bier daneben. Sympathisch unprofessionell, aber Pegah (so heißt sie, erfahre ich später) findet das gar nicht so lustig. „Warum musst Du auch alles nachmachen?“, fragt sie und bringt die Sache in Ordnung.

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Ansturm auf Blog des Wikimedia-Vereins nach gerichtlicher Sperrung von Wikipedia.de (ausgesetzt wegen Vollstreckungsschutz)

Inzwischen gibt es hunderte von fast 200 Kommentare auf dem Blog des Wikimedia-Vereins. Der Verein betreibt die deutsche Domain von Wikipedia. Innerhalb der ersten 24 Stunden wurden unter dem Blogeintrag „Einstweilige Verfügung gegen Wikimedia Deutschland e.V.“ 167 Kommentare gepostet (bis 24 Uhr am 19.1.2005). Eine beachtliche Zahl, auch wenn einige Kommentatoren mehrere Male posteten. Zum Vergleich der erste Blogeintrag von Tim Berners-Lee (ein „Vater des Internets“) brachte es kürzlich auf 455 Kommentare bevor das Kommentarfeature nach einer Woche aufgrund der Überlastung abgeschaltet wurde. Neben teilweise abstrusen Mutmaßungen und Beschimpfungen weisen die meisten Kommentare im Wikimediablog auf die Unverhältnismäßigkeit der Sperrung der Weiterleitung hin (auf die umfangreichste und eine der meist besuchtesten deutschen Websites, wenn nicht die meist besuchteste).

Die Weiterleitung der Website wird nach Angaben auf www.wikipedia.de momentan wieder eingerichtet. Dies wird möglich, da die Rechtsanwälte des Vereins mit einem Eilantrag die Einstellung der Zwangsvollstreckung bis zur endgültigen Entscheidung des Gerichts erwirkt haben.

Die Kommentarschlachten auf dem Blog des mit vollständigem Namen lautenden Vereins „Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V.“ sind derweil offensichtlich vorbei.

Folgend habe ich die für mich interessantesten Kommentare teilweise gekürzt aufgelistet (immer noch eine große Anzahl). Beschimpfungen wurden aussortiert und ein Versuch der Einordnung unternommen.

Der erste Eintrag ging bereits kurz nach der Sperrung um 0:27 Uhr am 19. Januar von „DerGolgo“ ein. Er fragte nur ungläubig: „WARUM?? Welche Begründung?“ Andere nahmen es zunächst eher scherzhaft.

[quote] Max K.: I habe mir einen Scherz erlaubt einen Beitrag gestellt und in nach wenigen Minuten gelöscht und schon darf ich die Seite nicht mehr betreten. Ich entschulige mich jetzt und sage das es mir leid tut und so etwas nicht mehr vorkommen wird![/quote]

Viele äußerten einfach nur ihre Enttäuschung und Bedauern über die Vorgänge.

[quote] Jörg: Finds auch sehr schade, dass aufgrund eines so untergeordneten Themas die Seite gesperrt wird. Da scheint es irgendjemandem das rechte Augenmaß verzogen zu haben.

Sebastian:…ich finde diese aktion des berliner gerichts einfach nur schade und echt arm! wikipedia ist ein tolles projekt und einige leute haben nichts besseres im kopf, als soetwas zu zerstören!

Fataga: … Unfassbar! Selbst für Kinder und Schüler, die sich tagtäglich informieren, ist die Seite unerlässlich! Und nicht jeder weiss, dass www.wikipedia.de nur eine Weiterleitung auf de.wikipedia.org ist. Ich fass es einfach nicht!

AAA101: Also ich find das sehr schlecht das wikipedia “verboten” wurde ich bin Schüler und Wikipedia hat mir immer sehr bei informationsbeschaffung für Referate geholfen…[/quote]

Zahlreiche Unterstützungserklärungen folgten.

[quote] Daniel Borchers: … bei uns gehört wiki in der Schule zum Alltag! Die Politik sagt doch “Alles für die Bildung” wikipedia.de ist der beste Beitrag zur Bildung, also!!!! Wiki für Deutschland!!!!

Wiki-Liebhaber: Nein, das darf doch nicht war sein!!!!! Wikipedia war, ist und bleibt hoffentlich auch das beste Lexikon im Web. P.S.: Ich bin für eine Wikipedia-Unterstützerliste

G0li4th: Wohin soll der ganze Müll noch hinführen? Noch ist es nur die Domain. Doch Morgen könnten alle Wikis gerechtlich verboten werden. Und Übermorgen? Nein, nicht mit mir!!!Lasst uns alle eine Demonstration vor dem verantwortlichem Amtsgerich organisieren.

Jeany: FRECHHEIT! Bin auch für eine Unterstützerliste. Wikipedia ist das Beste Lexikon im Internet. Hatte noch kein Thema wo nichts hier drin stand. Das kann man doch nicht verbieten. Bin geschockt. Unsere Gerichte hätten doch besseres zu tun als diese Seite zu verbieten. Hoffe, dass ihr bald wieder zu erreichen seit!! Liebe Grüße [/quote]

Weitere Kommentatoren brachten die Vorgänge sofort mit der Einschränkung der Freiheit und offener Zensur in Zusammenhang.

[quote] weltsicht: ich muss auch sagen, dass mich diese nachricht geschockt hat. deutschland scheint mir mal wieder nur von richtern und anwälten regiert!! wo bleibt die freiheit des denkens, die freiheit des wissens, wenn man ständig mit seiner freiheit die vermeindlichen rechte anderer verletzt????? freiheit ist nichts wert, wenn andere einem den raum zum denken nehmen!

Mööp: …es lebe die zensur wissen ist Macht - Macht macht Politikern angst

Ernst Traudt: Wer zensiert zieht sich den Hass aller Nutzer im Netz zu. Wer eine dermassen in der ganzen Welt bekannte Seite wie Wikipedia sperrt, der ist entweder dumm oder auf oeffentliche Aufmerksamkeit aus. Wer sich als Richter zu so etwas ueberaus daemlichen und unueberlegten verleiten laesst, wie den Versuch die Nennung eines Familiennamens im Netz zu unterdruecken, der riskiert das Ansehen der BRD im In- und Ausland.

Niktom: irgendwie hat dieses Gerichtsurteil den gegenteiligen Effekt. Ich hatte noch nie was von Tron gehört. Nun bin ich umfassend informiert. [/quote]

Insgesamt wurden die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme sowie die dauerhafte Durchsetzbarkeit im Internetzeitalter in Frage gestellt. Zudem wurde auf die Unmöglichkeit der Kontrolle von Informationen im Internet hingewiesen.

[quote] Gerhard: Der ganze Wirbel um “Tron” im Zusammenhang mit Wikipedia ist mir völlig unverständlich, die Familie hat damit erreicht, dass der Name “F. …” nun überall bekannt wird. Eine Sucheingabe bei Google oder bei der Deutschen Bibliothek (ddb) zeigt den Namen an. Auch seine Original-Diplomarbeit, ursprünglich wohl vom CCC mit vollem, inzwischen “anonymisiert online gebracht lässt sich weiterhin finden. Wozu also die Zensur bei Wiki???

Altfelde … Ich hätte niemals Tron nachgeschlagen, auch wenn ich einige seiner “Werke/Taten” schon kannte, jetzt jedoch kenne ich den Namen und werde ihn nicht so schnell vergessen, zumal mich die ganze Sache emotional berührt (bin etwas angepi**t). Mir ist auch nicht wirklich ersichtlich, wo das Problem für die Familie bei dem Artikel ist, ausser vielleicht die Sache mit dem Suicid. Menschen, die die Familie nicht kennen, können nichts mit dem Namen anfangen und die, die den kennen, kennen auch die ganze Hintergrundgschichte. Falls die Sache Erfolg haben sollte, stellt dies ein Problem für die Infomationsfreiheit, wie sie von Wikipedia propagandiert wird, dar, weil dann eine Grundlage für weitere Klagen besteht und man doppelt überlegen müsste, ob eine Infomation eingeht oder nicht.

Madayar: Was ich lustig finde, ist der google-remark (weiter oben irgendwo). Völlig richtig, warum klagt Familie Floricic nicht gegen Google? Da ist ja zudem VIEL mehr Geld zu holen als bei der Wikipedia. Und worauf Google bei Boris Floricic alles verlinkt ist überaus erstaunlich.

Michael: „Wikipedia.de“ muss wieder dirket und ohne den Umweg „de.wikipedia.org“ ans Netzt! Keine Frage! Ich „kannte“ Tron nicht, bis ich eben Wikipedia nutzen wollte.
Seit 5 Min. kenne/weiß ich
- seinen geheimen bürgerlichen Familiennamen (min. 4 Internetseiten),
- wo er mit seiner Mutter (DER SPIEGEL 45/1998) und wie er gelebt hat,
- seine Diplomarbeit samt zugehörigen Professoren,
- dass sein Vater – Ivo F. - ein Reiseveranstalter ist, der durch Wikipedia Geschäftseinbußen habe hinnehmen müssen(http://www.sueddeutsche.de/,kulm2/kultur/artikel/970/67903/),
- dass sein Vater nicht will, dass andere aus dem Pseudonym seines Sohnes Kapital schlagen und
- dass im Jahr 2000 ein Herr Ivo Floricic (Berlin) “TRON” als Marke angemeldet und eintragen ließ (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21750/1.html).
Vor 4 Min. glaubte ich noch an ethische Gründe der Eltern oder dass sie möglicherweise immer noch belästigt würden. Eigentlich wollte ich in Wikipedia nur etwas über Brahms nachlesen! Außer dem gibt’s ein Buch zum Thema und offensichtlich auch demnächst einen Film. Hat eigentlich jemand google und ebay informiert?

Wikipedia.de: Nach Sperrung wird Website in nächsten Stunden wieder weitergeleitet, Frage nach Verhältnismäßigkeit bleibt

Wer gestern früh die deutsche Domain der Website der kollaborativen Online-Enzyklopädie Wikipedia aufrief, wurde von der Nachricht überrascht, dass die Weiterleitung der Domain Wikipedia.de aufgrund einer einstweiligen richterlichen Verfügung in der Nacht gesperrt werden musste. Genaueres war vom Verein mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren nicht zu erfahren, doch ergab eine kurze Webrecherche Aufschluss über die Vorgänge.

[quote] Liebe Freunde Freien Wissens, durch eine vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 17. Januar 2006 erwirkte einstweilige Verfügung wurde dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. untersagt, von dieser Domain auf die deutschsprachige Ausgabe der freien Enzyklopädie Wikipedia weiterzuleiten. Dieser Verfügung Folge leistend, hat der Verein die Weiterleitung umgehend deaktiviert. (http://www.wikimedia.de/2006/01/einstweilige-verfuegung) [/quote]

Bereits am 10. Januar berichtete Burkhard Schröder über den Fall, der nun diese Entwicklung nahm. Es geht dabei um den Hacker Tron, der 1998 umgekommen ist. Seine Eltern fordern aus nicht ohne Weiteres nachvollziehbaren Gründen, dass sein Realname nicht mehr auf der Wikipedia-Website genannt wird. Hierzu erwirkten sie bereits eine Verfügung gegen die Wikipedia-Foundation, die die Websites in den USA betreibt.

[quote] Der Hacker Boris F. alias „Tron“ findet auch sieben Jahre nach seinem Tod am 17. Oktober 1998 keine Ruhe. Ein Amtsgericht in Berlin hat jetzt im Auftrag seiner Eltern eine Einstweilige Verfügung gegenWikipedia durchgesetzt: Sein Realname soll nicht mehr genannt werden dürfen. (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21750/1.html) [/quote]

Die deutsche Website www.wikipedia.de befindet sich im Besitz des Vereins in Deutschland. Sie leitete lediglich auf die internationale Domain http://de.wikipedia.org weiter, wurde jedoch nun ebenso ins Visier der Eltern genommen. Nach einer Anhörung des von Wikipedia beauftragten Anwalts am heutigen Tag stimmte das Amtsgericht jedoch der Ansicht zu, dass es sich bei der einstweiligen Verfügung – die Weiterleitung zu sperren – um eine unverhältnismäßige Maßnahme handelt.

[quote] Die Interessen von Wikipedia an der Bereitstellung aller Beiträge wiegen dem zufolge im konkreten Fall vorläufig höher als die postmortalen Namensrechte der Antragsteller, insbesondere, weil es die Antragsteller nicht genannt haben, welche Beiträge genau Namensrechtsverletzungen enthalten. (http://www.heise.de/newsticker/meldung/68586) [/quote]

Die ganze Geschichte bleibt undurchsichtig. Neben den juristischen Fragen, welche Rechte die Eltern nach dem Tod ihres Sohnes haben und inwieweit sie eine vollständige Namensnennung überhaupt verbieten lassen können, stellen sich Fragen nach der Motivation. Warum versuchen die Eltern ihre Interessen nun ausgerechnet gegen Wikipedia durchzusetzen? Auch Heise, Google die Computerwoche und viele andere haben bereits über den Hacker Tron berichtet und den vollständigen Namen genannt. Werden die Eltern jetzt gegen alle Quellen im Internet vorgehen? Werden sie alle verklagen, die über diese Geschichte berichten?

Auch die Rolle von Müller-Maghun, der sich auf Seiten der Eltern engagiert wird wohl im weiteren Verlauf der Geschehnisse weiter ins Blickfeld geraten. Müller-Maghun ist Sprecher des Chaos Computer Clubs. Vor einigen Tagen saßen Wikipedianer und CCC’ler noch zusammen beim Chaos Communication Congress im Berliner Congress Center. Jetzt agiert eine Hauptperson des Chaos Computer Clubs gegen Wikipedia, wenn auch nicht im Namen des Chaos Computer Clubs (Klarstellung). Müller-Maghun hat bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit dem Tod von Tron gemutmaßt, dass es sich um einen Mord handelt und betreibt eine Website namens Tronland im Andenken an Boris F.. Dies scheint jedoch im gegenwärtigen Fall mit Wikipedia keine Rolle zu spielen.

Abgesehen von den möglicherweise berechtigten Interessen, muss die Verhältnismäßigkeit der Aktion hinterfragt werden. Eine Verantwortung haben hier nicht unbedingt die Eltern. Sie handeln in einem persönlichen Interesse. Verantwortung für die Wahrung der Verhältnismäßigkeit und Interessen der Allgemeinheit hätte das Gericht zeigen müssen. Ein weiteres Mal offenbart sich hier die Inkompatibilität der deutschen Gerichtsbarkeit im Internetzeitalter. Sie ist nicht in der Lage verschiedene Interessen abzuwägen und ermöglicht oft nur einseitige Entscheidungen, anstatt einen Interessensausgleich zu fördern. Die Vorgehensweise die größte frei zugängliche Onlineenzyklopädie in deutscher Sprache (mit gegenwärtig 343.751 Artikeln!) wegen der vollständigen Namensnennung eines toten Hackers sofortig zu sperren (und somit der Versuch den Zugang zu einer Site, die bei den Zugriffen noch vor Medienkonzernen wie CNN rangiert einzuschränken), erscheint mehr als fragwürdig. Warum war es nicht möglich Wikipedia, um eine vorübergehende Sperrung des Vollnamens zu bitten, bis zu einer vollständigen gerichtlichen Klärung? Natürlich gibt es hierfür juristische Verfahrensgründe. Müssten Verfahren nicht jedoch der modernen Welt angepasst werden, anstatt Entscheidungen zu rechtfertigen, die unter den Nutzern (der Bevölkerung) weitgehend nur auf Unverständnis stoßen (können) (siehe: http://www.wikimedia.de/2006/01/einstweilige-verfuegung#comment-118).

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Berliner Wikipedia-Stammtisch in der C-Base: Vereinsthemen, Rechtsfragen, ein Nacktfoto und eine wissenschaftliche Arbeit

Jeden dritten Sonntag im Monat trifft sich die Berliner Wikipedia-Community in der C-Base ganz in der Nähe der U- und S-Bahnstation Jannowitzbrücke. Eine gute Gelegenheit die engagiertesten Wikipedianer einmal persönlich kennen zu lernen oder die neuesten Wikipedia-News aus erster Hand zu erfahren. Und so bin ich am 15. Januar 2006 auch mal wieder dabei.

Vernissage in der Galerie Amerika in Berlin: Ausflug in die geheimnisvolle Welt der Sammler

Es ist Freitag der 13. Januar 2006. Wir sind in der Galerie Amerika (in der Brunnenstraße 7 in der Nähe vom Rosenthaler Platz). Es wird mit Stolz berichtet, dass Angela Merkel sie bereits besucht hat. Es gibt ein paar Flaschen nicht allzu billigen Wein, von dem man sich bedienen und der aus Plastikbecher getrunken werden kann und assoziative und konzeptuelle Kunst.
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22c3: Deliciösr, gfrapptr, vrflickrtr, technoratisiertr, vrfurltr, gfeedstr, vrwikpdiatr, gpläztr, torrentiertr CCC

Der Chaos Communication Congress ist nicht nur eine ‘European Hacker Conference’. Natürlich sind unter den Anwesenden der ein oder andere Angestellte des Bundes (wird vermutet) und ein paar Sicherheitsexperten großer Konzerne. Hier trifft sich zunehmend aber auch eine Nutzerelite - Leute die die ganzen neuen hippen Dienste im Internet nutzen.

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Hab deine Fotos bei flickr gesehen und zu meiner Verwunderung festgestellt, dass da kein Copyright drauf ist

Das Thema Copyright und Schutz des real nicht existierenden geistigen Eigentums ist tausend Mal in den Medien durchgekaut worden. Ständig ist von Diebstahl und kriminellem Kopieren die Rede. Die Idee des Copyleft oder wie bei den Creative Commons „some rights reserved“ erscheint vielen daher mittlerweile als unglaublich. Heute Nachmittag erhielt ich ein Email von Bob.

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Freifunk immer beliebter bei Chinesen

Einer der wichtigsten Uplinks des Freifunk-Netzes ins Internet befindet sich auf dem Gebäude des Neuen Deutschlands. Das ist ganz in der Nähe des Ostbahnhofs und gleich gegenüber eines der größten Studentenwohnheime Berlins. Leider gibt es hier, genauso wie in großen Teilen Friedrichshains kein DSL. Da wird Freifunk für die Studenten im Wohnheim gleich noch interessanter. Neben Jing kommen auch viele andere von ihnen aus China, zum Beispiel Gang ( 刚 ) und Jia ( 稼 ).

Sie finden Freifunk ist eine Superidee und sind deshalb heute zum wöchentlichen Treffen in die C-Base gekommen. Die beiden wollen nicht nur kostenlose Surfer im Netzwerk, sondern echter Teil des Netzwerks werden. Und so haben sie sich zwei Router zugelegt, die als Knoten agieren und das Freifunk-Signal ständig empfangen und weitergeben. Hier möchten sie sich ihre Hardware jetzt gerne einrichten lassen.

Laut Gang und Jia sind die meisten Chinesen im Wohnheim bereits an das Netz angeschlossen. Da lachen sie und freuen sich, dass sie ab heute Abend auch im Netz sein werden. Für eine IP haben sie sich schon registriert und jetzt hilft ihnen in der C-Base jemand mit der Software und dem Router. Den zweiten Router wollen sie selbst hinkriegen. „Mal schauen, ob wir das schaffen. Ich denke ist kein Problem..“ meint Jia zu mir. Von meiner Frage, ob sie denn auch wüssten wer letztendlich für den Uplink zum Internet bezahlt, sind sie gar nicht überrascht. „Natürlich gibt es ein Konto, wo man etwas überweisen kann.“ Na ja, aber wenn nicht genug Leute mitmachen, gibt es ein Problem. Das wissen die Beiden auch bereits. Jetzt sind sie aber erst einmal froh, dass alles geklappt hat. „Hm, ich hoffe es funktioniert zu Hause auch so gut.“, sagt Gang. „Klar bestimmt!“, rufe ich ihnen beim Einsteigen in die S-Bahn hinterher. „Schickt mir ein Email, wenn es klappt!“

Vorratsspeicherung sämtlicher Kommunikationsdaten aller Europäer! Hm, tut mir leid, aber erinnert mich irgendwie an früher

Als Emailbenutzer ist man heutzutage oft auch auf verschiedenen Mailinglisten angemeldet. Diese halten sich bei mir noch in einem überschaubaren Maßstab. Doch vor einer Woche häufte sich plötzlich der Emailverkehr.
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Irgendwann werden wir es verstehen, wahrscheinlich wenn die neuen Zeiten vorbei sind

Was macht man nach einem grauen Berliner Dezembertag? Ein Döner ist immer eine gute Idee! Warum nicht, denke ich. Um halb zehn treffen Yiannis und ich mich in der Wienerstraße am Görlitzer Bahnhof. Der Döner hier ist nicht nur lecker, sondern auch billig! Ich denke nicht, dass er mit verdorbenem Fleisch gemacht wurde. Diese Frage stellt man sich derzeit immer, wenn etwas so billig ist. Der Dönerverkäufer kennt uns schon. Er schaut ziemlich emotionslos drein, aber als er uns sieht, lacht er und freut sich! Yiannis und ich sind offensichtlich schon so etwas wie Stammgäste hier. Unser Döner ist daher auch besonders groß und ich kriege meinen Extralöffel scharfe Soße!
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Ulrike: „Ich bin in Bangkok auf dem Airport und warte auf meinen Flug nach Kalkutta!“

In Berlin kommt die Sonne raus. Im Radio läuft „On vous souhaite tout le bonheur du monde“ und ich denke daran wie Ulrike wohl gerad in Bangkok sitzt und auf den Flug nach Indien wartet.

Und just in dem Moment kommt ein Email von ihr zu ein paar Fragen, die ich ihr gestellt hatte.

Mario: Hallo Ulrike, Du fliegst am Freitag für einige Wochen nach Indien. Das ist sehr interessant.

Kannst Du mir ein bisschen mehr darüber erzählen?

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Jung-Geun Oh überwindet Zwischenräume.. Warum ich das interessant finde?

Jung-Geun Oh ist ein Maler. Er hat ein Basecap auf und sieht so irgendwie auch jünger aus, als er ist. Nimmt er sein Basecap ab, sieht er irgendwie fast älter aus, als er eigentlich ist. Also, er ist 36 Jahre und er hat eine Frau, Yoon-Jung CHO.

Freifunk in Berlin – Wenn ich mit meinem „Schleppi“… (offene Netzwerke)

Wenn ich mit meinem Laptop (oder auch Schläpptop wie es sich im Berlingua mittlerweile immer mehr durchsetzt) unterwegs bin, sehe ich immer häufiger offene drahtlose Netzwerke über die ich mich einfach so in das Internet einwählen kann. Ein Name der auf meinem Display in den verschiedensten Ecken der Stadt immer wieder auftaucht ist Freifunk – in meiner Lieblingsbar in der Kopenhagener Straße genauso, wie bei Jing im Studentenwohnheim am Ostbahnhof oder im Sommer auf dem Boxhagener Platz.

www.freifunk.net: Die Idee von Freifunk basiert auf Internetzugängen, die von privaten Teilnehmern in der Stadt zur Verfügung gestellt werden sollen, wodurch sich ein freies Bürgernetz bildet, dass sich nach und nach über die ganze Stadt erstreckt.

Super Idee, denn so kann ich ja überall in der Stadt ins Internet! Doch ganz so einfach geht der Login bei Freifunk nicht. Denn, bei Freifunk handelt es sich um ein Netzwerk und nicht nur um einen einzelnen Zugangspunkt. Ein derartiges vermaschtes Netzwerk erfordert eigene Protokolle und Software. Auf den Websites der Freifunk Community steht diese Software jedem frei und kostenlos zur Verfügung und wird von Enthusiasten, die sich hauptsächlich um den Entwickler Sven Ola scharen, stetig weiterentwickelt. Sie beinhaltet Programme für Access Points die drahtlosen Internetzugang im Freifunk-Netzwerk bereitstellen auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein Programm, das auf dem eigenen Computer läuft und jedem die Teilnahme im Netzwerk ermöglicht.

Bevor ich mich einloggen konnte, benötigte ich auch noch eine eindeutige Kennung für meinen Computer, eine IP-Adresse. Um diese zu erhalten, erstellt man auf dem Portal der Berliner Freifunker, das die IP-Adressen verwaltet, ein Konto und beantragt diese unter dem Stichwort IP-Vergabe. Die ersten Schritte sind getan! Nachdem die Software installiert ist, wird die IP-Nummer eingetragen. Es funktioniert wirklich! Super!

Na ja, zu manchen Orten und zu manchen Zeiten kann es dennoch schwierig sein eine stabile Verbindung zum Internet herzustellen. Denn, die Sache kann natürlich nur funktionieren, solange es auch genug Leute gibt, die ihren Internetzugang zur Verfügung stellen und nicht nur Leute, die das Netzwerk lediglich als kostenlose Alternative für ihren Internetzugang nutzen.

In Stadtteilen wie in Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg wird an manchen Ecken schon eine gute Netzwerkdichte erreicht, aber um ein stadtweites Bürgernetz aufzubauen, bedarf es noch einiger Arbeit, vor allem wahrscheinlich Überzeugungsarbeit, und dem Engagement vieler weiterer Mitstreiter, … aber das Projekt ist „work in progress“. Also, bin ich für die Zukunft gespannt.

In der Zwischenzeit habe ich mein WLAN, mein drahtlosen Internetzugang, zu Hause erst einmal so konfiguriert, dass auch Leute, die die Freifunk-Software noch nicht nutzen bei mir online gehen können. Freifunk habe ich sie trotzdem genannt – damit man bescheid weiß, dass mein Heimnetz offen ist und weil die Idee der Freifunker einfach Klasse ist!

Detaillierte Anleitungen zum Mitmachen gibt es auf den verschiedenen Websites der Freifunker. Einmal pro Woche trifft sich die Community zudem in der C-Base in der Nähe der Jannowitzbrücke. Auch neue Mitstreiter und Interessierte sind dort immer willkommen.

„Jeden Mittwoch kann man in der c-base in der Rungestrasse 20 in Berlin alles lernen was man zur Teilnahme am olsrexperiment braucht - vom Antennenbau bis zur Accesspointkonfiguration.“ (olsrexperiment.de)

 

 

Freifunk-Videos: Flo Fleissig a.k. floflei6 präsentiert Freifunk

Freifunk auf dem Dach (Folge 1)

Freifunk in der Box (Folge 2)

Ich brat' mir 'ne Freifunkantenne (Folge 3)


 

 

Freifunk im Internet

Freifunk Initiative, http://www.freifunk.net
OLSR Experiment, http://olsrexperiment.de
Freifunk-Software für Access Points: http://sourceforge.net/projects/ff-firmware
Berliner Freifunk-Mailingliste: https://www.olsrexperiment.de/cgi-bin/mailman/listinfo/berlin
IP-Verwaltung: http://olsrexperiment.de/index.php?option=com_ipvergabe&Itemid=65

 

Weitere Berliner WLAN-Seiten

RetroNet Berlin, http://www.retroberlin.de
WLAN Hohenschönhausen & Weißensee, http://www.wlanhsh.de
Kuhfunk in Berlin, https://wiki.in-berlin.de/twiki/bin/view/Kuhfunk

 

Weitere Links zum Thema

Telepolis: Freie drahtlose Bürgernetze, Teil 1, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12554/1.html
Telepolis: Freie drahtlose Bürgernetze, Teil 2: Consume - der kollektive Verbrauch von Bandbreite Free, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12633/1.html
Networks Community, http://www.freenetworks.org

 

 

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