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Johannes Loxen über Samba, Sernet und die Auswirkungen des EU-Urteils gegen Microsoft

 

Stefan Koehler (Gonicus) spricht mit Johannes Loxen (Geschäftsführer Sernet Göttingen) über das EU-Urteil gegen Microsoft und Auswirkungen der Offenlegung von MS-Windows-Spezifikationen für Samba.

 


Videolink: http://video.google.com/videoplay?docid=649115257125887071


Einige Auszüge:


„Samba ist das Produkt mit dem wir am weitesten da Draußen bekannt sind. Wir sind ein Unternehmen für Datensicherheit und Datenschutz ursprünglich. Wir haben uns 1997 gegründet und damals war Samba 5% vom Umsatz. Das war eine Open Source Software auch damals schon, die es gestattet mit Windows Clients an Linuxarbeitsplätze heranzugehen.“


„Samba ist komplett frei unter der GPL, jetzt auch unter der GPL V3 und versucht auch immer möglichst die Funktionalitäten darzustellen, die Windows hat, das heißt, wir sind Wettbewerber von Windows. Die erste Implementierung von Samba ist (aber schon) älter als Windows.“


Zum Thema Reverse Engeneering sagt Loxen: „Es gibt kein Reverse Engeneering. Das ist vor allem im US-amerikanischen Raum problematisch, sondern das wird durch reine Netzwerkanalyse gemacht.“


Zum Thema Auswirkungen des EU-Urteils zur Offenlegung von Spezifikationen für Mitbewerber von Microsoft


Loxen: „Microsoft hat ein Monopol und das ist erstmal nichts Schlechtes, weil das bedeutet, dass soviele Leute das kaufen, dass sie nichts anderes mehr kaufen. ... Das Schlimme ist nur, wenn jemand sein Monopol missbraucht und genau darüber der Streit, ob Microsoft sein Monopol missbraucht. ... Microsoft wurde verurteilt, rechtskräftig ..., dass sie Monopol missbraucht haben, das heißt, sie haben ihr Monopol genutzt um Wettbewerber aktiv aus dem Markt herauszudrängen, sie nicht hochkommen zu lassen. Also verschiedenste Mittel angewendet, um das Monopol zu behalten. Diese waren im Sinne des europäischen Kartellrechts nicht zugelassen. Daraufhin wurde eine Strafe ausgesprochen. Die Strafe hieß, 'Ihr müsst euch öffnen.', viel stärker, als sie sich hätten öffnen müssen, wenn sie gesagt hätten: 'Wir sind nicht mehr böse.' Und insofern haben sie jetzt eine Sanktion, nämlich ihre Kontrollspezifikationen offen zu legen und der einzige Wettbewerber den es da Draußen gibt, der wirklich einen Nutzen daraus hat, ist tatsächlich Samba...“


„Also, diese Spezifikation ist offen gelegt und das passiert durch einen Vertrag den die Firma Microsoft mit einer speziellen Tochter des Freedom Software Law Centers geschlossen hat. ... Und die Samba-Entwickler können jetzt sublizensieren. ... Das paart aber auch Probleme mit sich, weil wir zum Beispiel Patentlisten haben in diesem Vertrag. Dieser Vertrag ist öffentlich, das heißt jeder kann ihn einsehen, und da steht eine Liste von Patenten drin, die Microsoft behauptet zu besitzen. und das Samba-Team kann sich jetzt überlegen, wollen wir da herumprogrammieren oder wollen wir sie verletzen und anerkennen überhaupt, dass es dort Patente gibt. ... Es ist nicht die Lösung der Probleme, es ist ein Schritt in die richtige Richtung zu mehr Wettbewerb.