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International

Richtung Kabul – Berlin, Frankfurt, einen Tag in Dubai und eine Nacht im Dreamland Hotel

Ein Jahr in Kabul. Ein kleine Odyssee – das Geld für den Flug geht vom Honorar ab, also suche ich mir die billigste Variante. Von Berlin geht es nach Frankfurt am Main für 28 Euro. Den Tag verbringe ich dort und nehme am Abend einen Flug nach Dubai für 198 Euro. Im besten Falle würde ich dort dann gleich noch einen Anschlussflug nach Kabul (für 220 US-Dollar) bekommen. Das klappt leider nicht. In Dubai sind 23 Grad und die Sonne scheint. Und Angela Merkel ist auch gerad’ zufällig hier, das steht in den Zeitungen im Presseshop. Dubai! Ich spreche mit ein paar Ausländern am Flughafen. „Wie läuft es hier? Wie viel Geld muss man für ein Hotel ausgeben?“ 150 Dirham (Eurokurs 1:4,80), dafür soll man etwas ganz Anständiges bekommen, steht im Reiseführer von zwei deutschen Mädels, die die Reise hierher bei einem Preisausschreiben gewonnen haben. „150 Dirham, no you cannot get anything for this price.”, meint der indische Taxifahrer. “We have the festival now.” Was für ein Festival? „Shopping Festival. They come from all over the world for this festival.”, sagt er während er mich in einem ziemlich teuren Hotel absetzen will. Eigentlich kann ich das schon von Draußen sehen... Für 700 Dirham kann ich sofort etwas bekommen. Danke. Verärgert steige ich wieder ins Taxi und beschließe mich hier nicht mehr von dem Fahrer austricksen zu lassen. Ich brauche nur ein einfaches Hotel für ein paar Stunden, denn am nächsten Morgen fliege ich doch sowieso schon wieder weiter. Die nächste Ecke: Hier dieses Hotel! „Please stop here, I am gonna have a look.“ Dreamland Hotel, sieht ein bisschen aus, wie ein „Love Hotel“, aber egal. 300 Dirham und ich kann sofort ein Zimmer haben. Zimmer mit eigenem Bad, nicht prickelnd, aber ok. Auf 200 Dirham kann ich noch runterhandeln. Der Taxifahrer wollte unbedingt die ganze Zeit draußen warten. Jetzt verstehe ich warum. Die Taxis sind hier fast genauso teuer wie in Deutschland und für’s Warten bekommen sie auch Geld. Der Zähler läuft dann eben weiter. 30 Dollar will er, 10 hätte ich mir sparen können – gut das nächste Mal. Ziemlich müde schlafe ich erst einmal zwei Stunden bevor ich mich mit meiner Kamera auf den Weg mache. Erinnert mich an Malaysia hier... Ich laufe den ganzen Tag herum und mache Fotos und fühle auch gleich wie die Sonne mir sofort einen leichten Sonnenbrand bereitet. Frisch gepresste Fruchtdrinks gibt es an jeder Ecke und Kebap. Hm, Kebap habe ich doch in Berlin und jetzt hier das Gleiche! Irgendwann hole ich mir trotzdem einen, denn sie sind ja doch ein bisschen anders. Da sitze ich mit einem nigerianischen Businessmann am Tisch und beginne zu verstehen, dass ich jetzt wirklich nicht mehr in Europa bin. Wahrscheinlich ganz gut so mit der Zwischenlandung, bevor ich in Kabul bin - so ist es nur ein Kulturschock auf Raten. Hier gibt es neben den Arabern auch viele andere Leute z.B. aus Indien, Bangladesh, China oder aus afrikanischen Ländern, dazwischen immer wieder Touristen aus Russland und der Ukraine. Einige scheinbar einheimische Mädels laufen ziemlich freizügig herum (ev. auch Gastarbeiterinnen aus den Philippinen). Das hätte ich nicht erwartet, aber das wird mir in Afghanistan nicht passieren. Ab morgen beginnt „der Ernst des Lebens“. Dann kommen die Dari-Wörterbücher zum Einsatz. Um 8 Uhr werde ich abfliegen und zwei Stunden weiter bin ich in Kabul. Vorher gibt es aber noch eine Überraschung im Hotel – Dreamland Hotel. Bei dem Namen eigentlich kein Wunder. Ich bin in einem echten Party-Hotel gelandet. Unten arabische Party und oben im ersten Stock tanzen die Mädels aus Indien. Also, vorne haben die Mädels wie in den indischen Filmen getanzt und rundherum standen Tische, wo die Männer starr da saßen und ab und zu Geld über die Mädchen warfen. Und plötzlich kam dieser verrückte Mann auf die Tanzfläche und warf viele Scheine (aber wahrscheinlich alle mit niedrigem Wert) über die Mädels während er um sie herum tanzte. Schien also eine lustige Show zu sein. Ein Bier kann ich ja nehmen (Kosten 20 Dirham, Eurokurs 1:4,80). Ich setze mich hin. Neben mir ist Jeffrey aus den USA, lebt aber in Ecuador und arbeitet Zivil für die NATO in Afghanistan. Hm. Was für ein Zufall! „Ja!“„...billiges Hotel in Dubai gesucht und hier gelandet, hm?“. „Yes“, meine ich. Jeffrey hat Alkohol verkauft in Kabul und wurde jetzt runtergestuft im Job. Ist nur noch Chief of Staff oder so für die ausländischen Angestellten vom Flughafen. In Ecuador kann er sich auch nicht mehr sehen lassen, denn da hat er es sich mit der Regierung versaut. Ich habe von amerikanischen Flugzeugen gehört, die aus Kolumbien kommen und über die Grenze fliegen und dort Gift gegen Marijuhana versprühen. Ja genau das hat er gemacht, aber hat damit aufgehört, als er mitbekommen hat, dass das das Grundwasser vergiftet und den Kindern der Region schadet (sagt er). Kommt mir vor wie in so einem amerikanischen Rambo-Film hier alles. Und was ist das hier für ein Hotel, frage ich. Die indischen Mädchen sind nicht zum „Kauf“. Ist ja gut so. Kein Problem. Doch er kennt jemanden, der mir trotzdem ein Mädchen besorgen könnte, wenn ich will. Preislage 100 Bucks (US Dollar) für eine Stunde, 200 Bucks für länger. Das lehne ich aber ab. Ist ja nicht unbedingt notwendig. Außerdem bestätigt er noch, dass es in Kabul chinesische Prostituierte gibt. Angeblich bekommen diese pro Monat 600-800 Dollar vom chinesischen Geheimdienst, der ab und zu kompromittierende Fotos und Videos von jemanden braucht oder einmal brauchen könnte. Die Mädchen werden trotzdem stark in Anspruch genommen, meint Jeff. Ok, das sind wirklich interessante Infos. Um drei ist Schluss mit Party in Dubai - Sperrstunde. Gut, dann kann ich noch zwei Stunden schlafen bevor ich zum Flughafen muss.
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Kabul / Teheran 1979 ff.

Kürzlich erschien das Buch „Kabul / Teheran 1979 ff.,“ von Sandra Schäfer, Madeleine Bernstorff und Jochen Becker. In dem Interview mit Saghar Chopan stellt Sandra Schäfer das Buch vor, das als eine Art Fortsetzung eines Filmfestivals entstand.Direkter Link: http://video.google.de/videoplay?docid=-5794359148648408443 Mit zahlreichen Bildern und Beiträgen verschiedener Autoren werden die Veränderungen in Kabul und Teheran nach der iranischen Revolution 1979 nachvollzogen und gezeigt wie sich der Wandel im Medium Film präsentiert. Im Hinlick bauf die Veränderungen in den Städten sind weitere Hauptthemen des Buches die Stadtentwicklung und Migration aus Afghanistan und im Iran. Buch: Sandra Schäfer, Madeleine Bernstorff, Jochen Becker (Hg.): Kabul / Teheran 1979 ff., b_books, Berlin
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Freie Kunstszene von Kabul

In Kabul konstituiert sich gegenwärtig eine junge freie Kunstszene. Felicia Herrschaft und Philipp von Leonhardi konnten einige Künstler dieser Szene kennen lernen und einen Teil ihres Schaffungsprozesse beobachten und miterleben. Folgend haben sie mit ihnen in Deutschland in der Nähe von Frankfurt am Main eine Ausstellung organisiert. Als nächstes veranstalten sie einen Workshop in Kabul und planen die Berichterstattung mit Afghanen von der Documenta in Kassel.Direkter Link: http://video.google.de/videoplay?docid=-4444938612946786077 Im Interview mit Saghar Chopan berichten Felicia und Philipp über die Situation der Kunstszene in Afghanistan. In Kabul gibt es drei Kunsthochschulen. Hier wird weitestgehend traditionell gearbeitet. Es gibt eine starke Kopistenschule, wo in erster Linie alte Werke abgemalt oder kopiert werden. Wohl vor allem aus diesem Grund hat sich daneben eine eigene unabhängige Bewegung – die freie Kunstszene – in Afghanistan entwickelt. Künstler haben sich hier zum Beispiel im CCAA, dem Center for Contemporary Art in Afghanistan, zusammengeschlossen. In diesem Umfeld entstehen moderne Arbeiten von Künstlern, die eigene Ausdrucksformen entwickeln und verschiedene Kunstformen miteinander verbinden. Ganz selbstverständlich beziehen sie Videos und Fotos in ihre Arbeiten ein. Thematisch geht es bei diesen Künstlern häufig um die mit dem System- und Regimewechsel verbundenen Veränderungen und Freiheiten. So thematisieren sie zum Beispiel die „neuen“ Freiheiten der Frauen und sowohl positiv wie auch kritisch.
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Es gibt keine Dörfer in Afghanistan – Wir müssen uns von westlich geprägten Kategorien verabschieden

Saghar Chopan im Gespräch mit Dr. Conrad Schetter. Herr Dr. Schetter beschäftigt sich im Bereich der politischen Wissenschaften mit lokalen Macht- und Entscheidungsstrukturen in Afghanistan. Der gegenwärtige Forschungsschwerpunkt liegt in der Region Kundus in Nordafghanistan: „Es geht darum wie jenseits des Staates politische Entscheidungen von der lokalen Bevölkerung getroffen werden.“Direkter Link: http://video.google.de/videoplay?docid=2170641658676517346 Herr Schetter plädiert dafür, dass sich Forscher von „unseren modernen“ westlich geprägten Kategorien lösen müssen: „Wir haben eine ganz einfache Kategorie festgestellt von der wir glauben, dass sie auf der ganzen Welt zu finden ist: Das Dorf. Wir finden in Afghanistan kaum ein Dorf (... oder in der Region in der wir gearbeitet haben). Hier sind Gemeinschaften nicht in Dörfern, Territorien organisiert, sondern Gemeinschaften sind in verschiedenen Verbänden, Netzwerken, Interaktionsmustern miteinander verwoben, aber das Dorf als solches finden wir nicht. Und das ist eine Sache, die in Afghanistan faszinierend zu beobachten ist - dass wir mit unseren modernen Kategorien ... in Afghanistan scheitern. Deswegen auch zu der Frage eines Staates, der gegenwärtig in diesem Land aufgebaut werden soll: Wo finden wir überhaupt den Staat in diesem Land?“ Weiterhin erfahren wir im Interview mehr über die persönliche Motivation von Herrn Schetter sich mit Afghanistan zu beschäftigen und das Bild, dass er sich bei der Forschung zu Afghanistan machen konnte: In Afghanistan zeigt sich, dass trotz des langen Krieges in vielen Bereichen bestimmte Spielregeln und Legitimitäten herrschen. Diese wurden beim Wiederaufbau bisher kaum oder nur unzureichend genutzt, könnten aber in der Tat eine Chance in diesem Prozess bilden.
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Die Menschen Afghanistans hinter der Forschung nicht vergessen

Saghar Chopan spricht mit Dr. Yahya Wardak. Er lebt seit 14 Jahren in Deutschland und stammt aus der gleichnamigen Provinz in Afghanistan. Vor zwölf Jahren startete er das afghanische Informationszentrum www.afghanic.de.Direkter Link: http://video.google.de/videoplay?docid=-6999924630349619567 Das Afghanistan Information Center katalogisiert Medien über Afghanistan in europäischen und afghanischen Sprachen und stellt dies interessierten Partnern, NGOs, Studenten und Organisationen zur Verfügung. Mit einem Verein in Hamburg veranstaltet das Zentrum weiterhin die Afghanistan-Wochen, die zum Ziel haben Deutsche und Afghanen zusammen zu bringen und den kulturellen Austausch zu fördern. Bei den vielen Veranstaltungen entstanden zahlreiche Freundschaften. „Ich habe meine Frau auch im Rahmen dieser Veranstaltungen kennen gelernt.“... „Und einige Deutsche haben hier zum Beispiel hier den afghanischen Atan-Tanz kennen gelernt. Ich kann mich daran erinnern, dass wir bis ... um vier Uhr in der Nacht getanzt haben.“ Daneben ist der wissenschaftliche Austausch ein Grundanliegen des Vereins. „Wir bekommen immer wieder Anfragen. Die Wissenschaftler wissen nicht, wer sich mit welchen Themen beschäftigt.“ Das Zentrum möchte die Forscher nun zusammenführen und mit Hilfe einer Internetplattform vernetzen. Abschließend gibt Herr Dr. Wardak den Forschern, die sich mit Afghanistan beschäftigen, auf den Weg, dass sie bei ihrer Forschung die Menschen dahinter – das Menschliche – nicht zu vergessen und sich auch auf einen partnerschaftlichen Austausch mit diesen Menschen einzulassen. „Ich denke dadurch bekommt man als Forscher für sich noch vielmehr davon“.
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Afghanistan: Auf dem Weg zum demokratischen Staat

Saghar Chopan im Gespräch mit Janine Weber: Janine Weber schreibt gegenwärtig an ihrer Diplomarbeit über Afghanistan und den Weg des Landes zu einem demokratischen Staat. Anhand eines Kriterienraster untersucht sie die Situation in Afghanistan und beleuchtet verschiedene Teilbereiche wie die politischen Institutionen, die allgemeine Sicherheitslage, Einkommen der Bevölkerung und die Rolle der Korruption. Aufgrund der Sicherheitslage konnte Janine bisher keine Forschung vor Ort betreiben. Persönliche Kontakte nach Afghanistan sollen dieses Defizit ausgleichen und eine Analyse des Aufbaus unter den Kriterien der Nachhaltigkeit ermöglichen.Direkter Link: http://video.google.de/videoplay?docid=-8322295369453942607 Der zeitliche Horizont für eine progressive Entwicklung Afghanistan ist nach dem Einblick von Janine relativ eng. „Wir haben die Phase, dass wir viel investiert haben (ein wenig an Zeit, gemessen an der Geschichte Afghanistans), viel an Engagement, einiges an Geld (weniger für Entwicklungshilfe), aber wir befinden uns an einem sensiblen Prozess für die Menschen auch. Es muss sich jetzt in die eine oder andere Richtung entwickeln, sonst … kann es passieren, dass das Land auch wieder kippt.“ Zahlreiche Hindernisse stehen der Demokratisierung Afghanistans entgegen. Janine: „(Vor allem) Armut ist immer ein großes Problem, wenn es darum geht, dass man eine Situation stabilisieren will. Ich kann nicht mit jemanden über friedliche Konfliktlösung reden, wenn derjenige Hunger hat. … Aufgrund der Modernisierungstheorie gibt es so etwas wie ein Gesetzmäßigkeit, die besagt, dass eine Demokratie oder ein Staat, der seinen Bürgern ein Pro-Kopf-Einkommen von unter 1000 US-Dollar, dass dieses politische System zumeist fragil ist und dass dieses politische System selten eine Demokratie ist. … Zum Punkt Korruption: Was ist Korruption? Wenn man sich außerhalb fest legitimierter Regeln bewegt und versucht andere Wege miteinander zu finden. … (Aber) wenn vieles auf informeller Ebene passierte, vieles durch nicht standardisierte Verfahren geregelt ist, dann muss man sich (dennoch) fragen, ob wir den gleichen Eindruck von Korruption haben, wie ihn Afghanen verwenden, die sich in einem ganz anderen System bewegen.“ Weiterhin spricht Janine über den Lernprozess demokratischer Regeln in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und des Staates und die Problematik der regionalen Abhängigkeitsverhältnisse der Menschen.
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Einblicke ins Kabuler Leben, ein Ausflug aufs Land und Forschung zur Rolle von NGOs bei der Friedensbildung in Afghanistan

Für ihre Forschung über die Rolle von NGOs (Nicht-Regierungsorganisationen) in Afghanistan besuchte Tina Hennecken das Land im November 2006. Im Gespräch mit Saghar Chopan berichtet sie über ihre Herangehensweise und Schwierigkeiten bei der Recherche für die Magisterarbeit, persönliche Erlebnisse während des Aufenthalts in Kabul und die Motivation sich mit Afghanistan zu beschäftigen.Direkter Link: http://video.google.de/videoplay?docid=-6246431862773030957
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Internationale Stimmung beim Sommerfest der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und Słubice


Ein Rough-Cut von der "EUVenalia", den studentischen Festtagen an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder und Słubice vom 11.-12. Juni 2002. Der Film fängt die internationale Stimmung beim Sommerfest der Universität ein. Nicht mehr ganz aktuell, aber einige Passagen sind vielleicht immer noch witzig anzuschauen. Länge: 38:42 min.

KDE-Entwickler treiben Wikipedia-Integration in den Desktop voran: Daniel Molkentin im Interview beim 23c3

Ein Fokus der Arbeit der Community hinter dem hauptsächlich für Linuxsysteme genutzten Desktop KDE ist es derzeit Wikipedia-Inhalte zu integrieren. Kurt Jannson interviewt Daniel Molkentin zu diesem Projekt beim 23c3, dem 23. Chaos Communication Congress, in Berlin.

Free Culture, Free Software, Free Infrastructures! Openness and Freedom in every Layer of the Network (Flo Fleissig, Episode 1)

Flo Fleissig interviews Kloschi (Freifunk), Kurt Jansson (Wikimedia), Jürgen Neumann (Freifunk), Rishab Aiyer Ghosh (United Nations University), Lawrence Lessig (Creative Commons) and Allison and Benoit (Montréal Wireless)


"Hello this is Flo!" .. from the free culture, free software, free infrastructure conference Wizards of OS in Berlin. "It is good stuff you can do here. There are excellent panels with excellent people from all over the world." And Flo is gonna go out to interview some of those excellent people. Watch how Flo talks with Kloschi, Freifunk activist and developer from Leipzig (Germany), finds out that Kurt Jansson, head of the Wikimedia association in Germany, uses the same Freifunk gateway as himself or learns about the early days of free infrastructures in Germany by talking to Jürgen Neumann one of the "founding fathers" of the Freifunk community. Further on Rishab Ghosh from the United Nations University in Maastricht explains how open content and open infrastructure are closely related, before he gets an overview of the development of the world’s biggest wireless network in Berlin by Flo … And of course he also gets to know where he finds Flo’s node in the network. Also, Lawrence Lessig from Stanford University and Creative Commons (and without name tag) describes the free network project in Berlin as “an extremely important project to liberate the physical layer right now.” Flo: “Thank you Larry … and here is your name tag, which I found.” Finally Allison and Benoit from free wireless community in Montréal explain about different models to share and give us a few insights into the chances and difficulties you face when you try to establish a free and open network.

Globaler Freifunk-Feed-Newswire online

Ein globaler Freifunk-Newswire ist jetzt unter http://global.freifunk.net zu erreichen. Hier gibt es zudem eine Übersicht über Freifunk-Initiativen weltweit. Bisher konnte ich 271 landesweite, regionale und lokale Freifunk-Projekte aus 33 Ländern identifizieren. Obwohl die Anzahl von Initiativen noch nichts über die tatsächliche Zahl der Teilnehmer aussagt, verdeutlicht die Vielzahl der Projekte bereits den weltweiten Trend zum Aufbau von freien Netzen. Deutlich wird jedoch ebenfalls, dass in Afrika und Asien bisher erst wenige Initiativen existieren. Es ist aber auch möglich, dass einige Communities aufgrund von Sprachbarrieren noch nicht identifiziert werden konnten.

Nicht alle Initiativen stellen Feeds zur Verfügung. Derzeit werden auf der Website 111 Feeds syndiziert. Der Großteil davon sind Projekt-Blogs, aber auch einige private Freifunk-Themen-Blogs, Freifunk-Foren und Wikis werden syndiziert. Alle gegenwärtig gesammelten Feeds sind als OPML (http://freifunker.perspektive89.com/aggregator/opml) erhältlich. Interessierte können die Feeds somit auch auf dem eigenen Computer syndizieren oder selbst ähnliche Angebote einrichten. Die Feeds des Newswires gibt es im RSS- und Atom-Format: http://global.freifunk.net/node/feed, http://global.freifunk.net/atom/feed

Die stichwortspezifischen Feeds (Tag-Feeds) funktionieren im Moment leider noch nicht einwandfrei (http://global.freifunk.net/syndication). Folgend eine Übersicht über die Anzahl von Freifunk-Initiativen in verschiedenen Ländern auf der Website. Eine nicht ganz aktuelle Liste von Freifunk-Communities und Intitiativen findet sich auch auf der englischen Wikipedia unter: http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_wireless_community_networks_by_region.

Land

Anzahl Communities
(Land, Region und Stadt)

Deutschland (Germany)

45

France

41

España (Spain)

40

Hrvatska (Croatia)

31

USA

28

Australia

14

Nederland (The Netherlands)

10

United Kingdom

7

New Zealand, Aotearoa

6

Österreich (Austria)

6

Ελλάδα (Greece)

6

Schweiz, Svizzera, Svizra, Suisse

5

België, Belgien, Belgique

3

Argentinia

2

Canada

2

Česko (Czech)

2

Colombia

2

Danmark

2

Italia

2

Србија/Srbija (Serbia)

2

Paraguáype (Paraguay)

2

South Africa

2

Cameroun

1

Ghana

1

hÉireann (Ireland)

1

Magyarország (Hungary)

1

Norge (Norway)

1

Portugal

1

Sénégal

1

Tanzania

1

नेपाल (Nepal)

1

India (Tibetan Technology Center)

1

Uruguay

1

Weitere Freifunk-Projekte nehme ich gerne auf. Bitte als Kommentar hier eintragen: http://global.freifunk.net/free_global_wireless_community.

Zur Software der Freifunk-Newswire-Site: Hierfür nutze ich einen Webserver mit Linux, Apache, MySQL, PHP und das Content-Management-System Drupal (http://drupal.org) mit dem Zusatzmodul Aggregator2 (http://drupal.org/project/aggregator2).

Das Wachstum des Indymedia-Netzwerks: Das erste global agierende alternative Mediennetzwerk

Indymedia wird zu Recht von vielen als erstes global agierendes alternative Mediennetzwerk angesehen. Das rasante Wachstum Indymedias wird bereits bei der Betrachtung der Website deutlich. Hier sind 165 Medienkollektive, die offiziell Teil des Netzwerks sind, aufgelistet - in mehr als 70 Ländern und auf allen Kontinenten. Das Wachstum des Netzwerks vollzog sich bisher vor allem in der westlichen Welt und Lateinamerika. Seit 2005 schwächte es sich hier jedoch erheblich ab. In anderen Weltregionen, zum Beispiel in Asien, bilden sich weiterhin neue Medien-Kollektive, jedoch nicht in dem Umfang wie es bisher im Westen zu beobachten war. Nichtsdestotrotz muss dies nicht zwangsläufig als ein abflauender Trend angesehen werden. Einerseits operieren bestehende Indymedia-Kollektive fortlaufend weiter und sind für neue Mitglieder offen. Andererseits sind in einigen Ländern vermehrt auch Indymedia-Kollektive aktiv, die keine eigenen Webpräsenzen betreiben und bereits bestehende Websites und andere Kanäle, zum Beispiel Blogs, für die Medienpublikation nutzen.

Freifunk: Jetzt Umschalten! Vom Konsumieren zum Selbermachen!

Zum Freifunk-Community-Weekend kamen am Wochenende Freifunk-Enthusiasten aus ganz Europa in die C-Base nach Berlin, unter ihnen auch Stefan aus Zuzwil in St. Gallen. Er wollte sich vor allem über die Erfahrungen informieren, die andere beim Aufbau von Freifunk-Netzen gesammelt haben. Ich sprach mit ihm über seinen Besuch bei den Freifunkern in Berlin, seine Motivation für den Aufbau eines lokalen Freifunknetzes in Zuzwil und die Philosophie hinter Freifunk.

Mario: Gruezi Stefan!
Stefan: Hallo!

Mario: Warum bist du nach Berlin gekommen? Nur wegen des Freifunk-Community-Weekends?
Stefan: Ja, das ist richtig. Ich bin vor allem zum Erfahrungsaustausch hergekommen. Mich interessiert einerseits die technische Seite, andererseits die philosophische Seite von freien Netzwerken. Beim technischen Aspekt interessiert mich zum Beispiel das Antennenbauen. Wie funktioniert das? Was für Antennen gibt es? …die verschiedenen Typen. Ja, mir macht das Spaß das selber zu bauen und da habe ich gedacht, ich komme einfach her.

Mario: Was ist für dich das Spannende am Freifunk-Projekt?
Stefan: Das Umschalten vom Konsumieren zum Selbermachen. Die Freifunk-Software ist zum Beispiel Open Source, also quelloffen und unter einer freien Lizenz. Daher kann man bei Freifunk alles abändern und seinen Bedürfnissen und lokalen Bedingungen anpassen.
Freifunk das bedeutet - eine Gemeinschaft baut ein freies Netz auf, wo die Gemeinschaft miteinander kommunizieren kann - ganz unabhängig von kommerziellen Interessen. Es geht darum, dass die Einzelpersonen nicht wie Konsumenten behandelt werden und sich wie passive Konsumenten verhalten, sondern sie können aktiv daran teilnehmen.
Und bei dem Treffen hier in Berlin ist für mich auch das Spannende, wie die Idee von Freifunk von den Gruppen überall in Europa umgesetzt wird. Das passiert ganz verschieden. In jedem Projekt wird die Idee etwas anders angewendet. Das rührt daher, dass die Motivation ein Freifunk-Netz aufzubauen in verschiedenen Orten unterschiedlich ist. Freifunk dient zum Beispiel oft vor allem dazu Internet in Gebieten zu verteilen, wo kein Breitbandanschluss vorhanden ist. Doch der Community-Gedanke des lokalen Netzwerks tritt immer stärker in den Vordergrund. Und diese Idee einer freien Community ist für mich am interessantesten. Denn, in der Schweiz - da haben wir auch fast alle Breitbandzugang.

Mario: Hm, verstehe, und was kann man jetzt in so einem freien Netz machen?
Stefan: Ja, theoretisch ist es alles denkbar. Man kann alle möglichen Daten tauschen, Dienste anbieten, zum Beispiel freies Voice over IP… also sozusagen über den Computer telefonieren, freies Radio, Netzwerkspiele, Peer-to-Peer-Transfer und so weiter. Als praktisches Beispiel: Ich könnte mir vorstellen, dass zum Beispiel eine kleine unbekannte Band ihre Musik über das Netzwerk zum Hören zur Verfügung stellt.

Mario: Ok, aber was ist da der Unterschied zum Internet? Das geht doch heute schon im Internet.
Stefan: Das stimmt! Ein guter Punkt! Ja. Aber im Internet ist man darauf angewiesen, dass eine große Firma die Infrastruktur zur Verfügung stellt und ihre Dienste anbietet. Bei Freifunk kann jeder selber Mitmachen. Jeder Teilnehmer ist quasi Teil eines Ganzen. Und das Netzwerk gehört den Menschen, die daran teilnehmen. Somit können sie auch selbst aktiv bestimmen, was sie mit diesem Netzwerk machen. Wenn Sie den Wunsch haben einen Dienst zu nutzen oder anzubieten, müssen sie zum Beispiel nicht darauf warten, dass ihnen eine Firma ein Produkt anbietet. Wenn sie über das Wissen verfügen, können sie selbst jede Art von Diensten einführen. Zudem sind Freifunk-Netze an sich unabhängig vom Internet. In dem Sinne sind sie auch ausfallsicherer, denn wenn etwas einmal nicht funktioniert, muss man nicht warten bis die Firma kommt, sondern man kann es selbst machen oder sich von jemanden im Netzwerk helfen lassen. Das setzt natürlich aktive Nutzer und eine Philosophie der Nachbarschaftshilfe voraus.

Mario: Was benötigt man eigentlich um mitzumachen?
Stefan: Um mitzumachen benötigt man schon ein paar Sachen – einen Access Point, dann die Freifunk-Software und das Wissen zur Konfiguration. Es ist auf einigen Gebieten noch ein Experiment, aber es wird immer einfacher und es läuft bereits. Ja, es funktioniert! Um mitzumachen ist es, denke ich, aber am wichtigsten ein Interesse zu haben und im Kopf eine Entscheidung zu fällen: Nicht nur ein passiver Konsument zu sein, sondern ein aktiver Teilnehmer.

Mario: Wie weit seid ihr in Zuzwil mit eurem Freifunk-Netz?
Stefan: Ja, wir stehen noch ganz am Anfang. Ich bin der Erste, aber es gibt bereits zwei weitere Interessenten in meiner Nachbarschaft. Wir wohnen in einem kleinen Dorf und auch die Topologie in der Schweiz ist ganz anders als zum Beispiel in Berlin. Trotzdem jetzt geht es los!

Mario: Und was denkst du, wie wird es allgemein mit der europaweiten Freifunk-Community weitergehen? Was kannst du dir vorstellen?
Stefan: Ich kann mir vorstellen, dass man die verschiedenen Funkwolken über das Internet miteinander verbindet - zum Beispiel die Berliner „Freifunkwolke“ mit Leipzig, St. Gallen und Brüssel. Dann wären die interessierten Leute schon einmal näher zusammen. Das wäre ein weiterer Schritt zur Verbindung der europäischen Community. Daraus könnte sich eine eigene Netzkultur ganz unabhängig vom kommerziellen Internet bilden.

Mario: Ja! Ich bin gespannt! Klingt spannend! Danke für das Interview, Stefan!
Stefan: Kein Ursache. Danke auch.

 


Die Website der Community in St.Gallen: http://fuerstenland-wireless.net/

Freifunk immer beliebter bei Chinesen

Einer der wichtigsten Uplinks des Freifunk-Netzes ins Internet befindet sich auf dem Gebäude des Neuen Deutschlands. Das ist ganz in der Nähe des Ostbahnhofs und gleich gegenüber eines der größten Studentenwohnheime Berlins. Leider gibt es hier, genauso wie in großen Teilen Friedrichshains kein DSL. Da wird Freifunk für die Studenten im Wohnheim gleich noch interessanter. Neben Jing kommen auch viele andere von ihnen aus China, zum Beispiel Gang ( 刚 ) und Jia ( 稼 ).

Sie finden Freifunk ist eine Superidee und sind deshalb heute zum wöchentlichen Treffen in die C-Base gekommen. Die beiden wollen nicht nur kostenlose Surfer im Netzwerk, sondern echter Teil des Netzwerks werden. Und so haben sie sich zwei Router zugelegt, die als Knoten agieren und das Freifunk-Signal ständig empfangen und weitergeben. Hier möchten sie sich ihre Hardware jetzt gerne einrichten lassen.

Laut Gang und Jia sind die meisten Chinesen im Wohnheim bereits an das Netz angeschlossen. Da lachen sie und freuen sich, dass sie ab heute Abend auch im Netz sein werden. Für eine IP haben sie sich schon registriert und jetzt hilft ihnen in der C-Base jemand mit der Software und dem Router. Den zweiten Router wollen sie selbst hinkriegen. „Mal schauen, ob wir das schaffen. Ich denke ist kein Problem..“ meint Jia zu mir. Von meiner Frage, ob sie denn auch wüssten wer letztendlich für den Uplink zum Internet bezahlt, sind sie gar nicht überrascht. „Natürlich gibt es ein Konto, wo man etwas überweisen kann.“ Na ja, aber wenn nicht genug Leute mitmachen, gibt es ein Problem. Das wissen die Beiden auch bereits. Jetzt sind sie aber erst einmal froh, dass alles geklappt hat. „Hm, ich hoffe es funktioniert zu Hause auch so gut.“, sagt Gang. „Klar bestimmt!“, rufe ich ihnen beim Einsteigen in die S-Bahn hinterher. „Schickt mir ein Email, wenn es klappt!“

Ulrike: „Ich bin in Bangkok auf dem Airport und warte auf meinen Flug nach Kalkutta!“

In Berlin kommt die Sonne raus. Im Radio läuft „On vous souhaite tout le bonheur du monde“ und ich denke daran wie Ulrike wohl gerad in Bangkok sitzt und auf den Flug nach Indien wartet.

Und just in dem Moment kommt ein Email von ihr zu ein paar Fragen, die ich ihr gestellt hatte.

Mario: Hallo Ulrike, Du fliegst am Freitag für einige Wochen nach Indien. Das ist sehr interessant.

Kannst Du mir ein bisschen mehr darüber erzählen?

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