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Medien

Freie Infrastrukturen

In den letzten Wochen ergab sich bei mir ein reger Austausch mit Politikern verschiedener Parteien. Zudem gab es in der Freifunk-Community zahlreiche Anfragen von Journalisten zu Freifunk und freien Infrastrukturen. Gerne mache ich hier meine Positionen öffentlich.

Jeder Bürger hat das Recht auf ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben in Freiheit. Dies kann nur in einer Gesellschaft geschehen, die Bürgern, Orte für die Entfaltung der Persönlichkeit und ein menschengerechtes Leben zur Verfügung stellt, unabhängig von Einkommen und Status. Der freie Zugang zu Wasser, Luft, Strom, öffentlichen Straßen und Plätzen, Schulen und Universitäten muss genauso gesichert sein, wie der ungehinderte Zugang zu freien digitalen Netzen als Orte der Öffentlichkeit im neuen digitalen Raum. Um diese Orte zu ermöglichen und effiziente lokale Netze und Breitbandinternet für alle im städtischen und ländlichem Raum aufzubauen, muss das offene Spektrum neben gegenwärtigen WLAN-Frequenzen ausgeweitet werden. Ein demokratischer Diskurs kann nur gesichert sein, wenn öffentliche Orte hierfür existieren. Offene Infrastrukuren wie Vekehrswege, Telekommunikationsnetze, Energie- und Wasserversorgung sind nicht nur eine Basis für wirtschaftliche Aktivitäten, sondern grundlegend notwendig für das gleichberechtigte Miteinander der Menschen in der Gesellschaft. Sie entscheiden als das zentrale Element, wer aktiv an der Demokratie, in der Wirtschaft und dem kulturellen Leben teilhat. Zugänge zu Infrastrukturen müssen daher frei und ungehindert sein. Der Betrieb von Infrastrukturen ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Offene Betriebsmodelle des Teilens von Ressourcen und Arbeit, wie bei freien Bürgernetzen, müssen deshalb gewinnorientierten Geschäftsmodellen gleichgestellt werden. Infrastrukturen dienen zu allererst dem Gemeinwohl.

Werbung - Kernaufgabe der Suchmaschinenbetreiber?

Theo Röhle von der Universität Hamburg hat einen interessanten Beitrag über die Erhebung von Nutzerdaten bei Suchmaschinen, insbesondere bei der personalisierten Suche geschrieben. In ‘Think of it first as an advertising system’: Personalisierte Online-Suche als Datenlieferant des Marketings” (pdf) kommt er zu dem Ergebnis, "dass die gezielte Vermarktung von Werbeplätzen sich zur Kernaufgabe der Suchmaschinenbetreiber entwickelt hat."

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Strategien der Informationsverarbeitung und das veränderte Kommunikationsverhalten bei der Nutzung moderner Medienkanäle

Mit der zunehmenden Nutzung moderner Medien offenbaren sich auch vermehrt Schattenseiten der Kommunikation per Email, Messengerdiensten, Blogs und SMS. Die Menge von Emailnachrichten führt zu Kommunikationsoverload, eine missverständliche Zeile beim Chatten belastet eine Beziehung und Probleme Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, führen zu einem Gefühl der Überforderung. Welche Strategien der Nutzer bei der Informationsverarbeitung ermöglichen es mediale Einschränkungen in den modernen Medien aktiv zu kompensieren? Das Verständnis von Kommunikationsprozessen, den Effekten und Folgen bildet den ersten Schritt für die Lösung von Kommunikationsproblemen, die bei der Nutzung moderner Medienkanäle auftreten. Doch wie sehen diese Kommunikationsprozesse tatsächlich aus? Wie beeinflusst die Interaktion in diesen Medien den Austausch? Welche Erkenntnisse liegen darüber vor?

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Das Wachstum des Indymedia-Netzwerks: Das erste global agierende alternative Mediennetzwerk

Indymedia wird zu Recht von vielen als erstes global agierendes alternative Mediennetzwerk angesehen. Das rasante Wachstum Indymedias wird bereits bei der Betrachtung der Website deutlich. Hier sind 165 Medienkollektive, die offiziell Teil des Netzwerks sind, aufgelistet - in mehr als 70 Ländern und auf allen Kontinenten. Das Wachstum des Netzwerks vollzog sich bisher vor allem in der westlichen Welt und Lateinamerika. Seit 2005 schwächte es sich hier jedoch erheblich ab. In anderen Weltregionen, zum Beispiel in Asien, bilden sich weiterhin neue Medien-Kollektive, jedoch nicht in dem Umfang wie es bisher im Westen zu beobachten war. Nichtsdestotrotz muss dies nicht zwangsläufig als ein abflauender Trend angesehen werden. Einerseits operieren bestehende Indymedia-Kollektive fortlaufend weiter und sind für neue Mitglieder offen. Andererseits sind in einigen Ländern vermehrt auch Indymedia-Kollektive aktiv, die keine eigenen Webpräsenzen betreiben und bereits bestehende Websites und andere Kanäle, zum Beispiel Blogs, für die Medienpublikation nutzen.

Bush singt Lennon-Song „Imagine”

Bereits seit einigen Monaten findet im P2P-Netz ein Cover-Song des bekannten Lennon-Stücks „Imagine“ aus dem Jahr 1971 seine Verbreitung. Der Song wird offensichtlich vom amerikanischen Präsidenten George W. Bush gesungen. Inzwischen kursieren zahlreiche Remixes im Web (ein Download von Mediacracy hier). Doch es stellen sich mehrere Fragen: Erstens, wieso wurde der Song (eine Privataufnahme?) ins Internet gestellt? Und zweitens, wieso singt der Präsident des mächtigsten Landes der Welt gerade diesen Song oder stammt die Aufnahme doch von jemand anderen?

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Einstweilige Verfügung gegen Wikipedia.de – Der wahre Grund?

Langsam offenbaren sich mögliche Gründe und Motive der Eltern des 1998 umgekommenen Boris F. (aka Tron). Sie hatten die einstweilige Verfügung gegen Wikipedia erwirkt, da im Wikipedia-Eintrag über Tron der vollständige Realname des Hackers genannt wurde. Insider hatten es jedoch bereits geahnt. In Wirklichkeit könnte es um die zwei Bücher über Tron gehen. Das erste Buch ist von Burkhard Schröder „Tron - Tod eines Hackers“. Die Eltern Trons stellten dem Autor bereits 1999 eine Unterlassungserklärung zu, wegen der Behauptung Tron sei Legastheniker gewesen. Diese wies Schröder jedoch zurück. Das zweite Buch ist „Offenbarung 23“ von Jan Gaspard* (Pseudonym). Ein Artikel auf Slashdot bringt die einstweilige Verfügung gegen Wikipedia nun in Zusammenhang mit diesem Buch.

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Wikipedia.de: Nach Sperrung wird Website in nächsten Stunden wieder weitergeleitet, Frage nach Verhältnismäßigkeit bleibt

Wer gestern früh die deutsche Domain der Website der kollaborativen Online-Enzyklopädie Wikipedia aufrief, wurde von der Nachricht überrascht, dass die Weiterleitung der Domain Wikipedia.de aufgrund einer einstweiligen richterlichen Verfügung in der Nacht gesperrt werden musste. Genaueres war vom Verein mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren nicht zu erfahren, doch ergab eine kurze Webrecherche Aufschluss über die Vorgänge.

[quote] Liebe Freunde Freien Wissens, durch eine vor dem Amtsgericht Berlin-Charlottenburg am 17. Januar 2006 erwirkte einstweilige Verfügung wurde dem Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. untersagt, von dieser Domain auf die deutschsprachige Ausgabe der freien Enzyklopädie Wikipedia weiterzuleiten. Dieser Verfügung Folge leistend, hat der Verein die Weiterleitung umgehend deaktiviert. (http://www.wikimedia.de/2006/01/einstweilige-verfuegung) [/quote]

Bereits am 10. Januar berichtete Burkhard Schröder über den Fall, der nun diese Entwicklung nahm. Es geht dabei um den Hacker Tron, der 1998 umgekommen ist. Seine Eltern fordern aus nicht ohne Weiteres nachvollziehbaren Gründen, dass sein Realname nicht mehr auf der Wikipedia-Website genannt wird. Hierzu erwirkten sie bereits eine Verfügung gegen die Wikipedia-Foundation, die die Websites in den USA betreibt.

[quote] Der Hacker Boris F. alias „Tron“ findet auch sieben Jahre nach seinem Tod am 17. Oktober 1998 keine Ruhe. Ein Amtsgericht in Berlin hat jetzt im Auftrag seiner Eltern eine Einstweilige Verfügung gegenWikipedia durchgesetzt: Sein Realname soll nicht mehr genannt werden dürfen. (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21750/1.html) [/quote]

Die deutsche Website www.wikipedia.de befindet sich im Besitz des Vereins in Deutschland. Sie leitete lediglich auf die internationale Domain http://de.wikipedia.org weiter, wurde jedoch nun ebenso ins Visier der Eltern genommen. Nach einer Anhörung des von Wikipedia beauftragten Anwalts am heutigen Tag stimmte das Amtsgericht jedoch der Ansicht zu, dass es sich bei der einstweiligen Verfügung – die Weiterleitung zu sperren – um eine unverhältnismäßige Maßnahme handelt.

[quote] Die Interessen von Wikipedia an der Bereitstellung aller Beiträge wiegen dem zufolge im konkreten Fall vorläufig höher als die postmortalen Namensrechte der Antragsteller, insbesondere, weil es die Antragsteller nicht genannt haben, welche Beiträge genau Namensrechtsverletzungen enthalten. (http://www.heise.de/newsticker/meldung/68586) [/quote]

Die ganze Geschichte bleibt undurchsichtig. Neben den juristischen Fragen, welche Rechte die Eltern nach dem Tod ihres Sohnes haben und inwieweit sie eine vollständige Namensnennung überhaupt verbieten lassen können, stellen sich Fragen nach der Motivation. Warum versuchen die Eltern ihre Interessen nun ausgerechnet gegen Wikipedia durchzusetzen? Auch Heise, Google die Computerwoche und viele andere haben bereits über den Hacker Tron berichtet und den vollständigen Namen genannt. Werden die Eltern jetzt gegen alle Quellen im Internet vorgehen? Werden sie alle verklagen, die über diese Geschichte berichten?

Auch die Rolle von Müller-Maghun, der sich auf Seiten der Eltern engagiert wird wohl im weiteren Verlauf der Geschehnisse weiter ins Blickfeld geraten. Müller-Maghun ist Sprecher des Chaos Computer Clubs. Vor einigen Tagen saßen Wikipedianer und CCC’ler noch zusammen beim Chaos Communication Congress im Berliner Congress Center. Jetzt agiert eine Hauptperson des Chaos Computer Clubs gegen Wikipedia, wenn auch nicht im Namen des Chaos Computer Clubs (Klarstellung). Müller-Maghun hat bereits in der Vergangenheit im Zusammenhang mit dem Tod von Tron gemutmaßt, dass es sich um einen Mord handelt und betreibt eine Website namens Tronland im Andenken an Boris F.. Dies scheint jedoch im gegenwärtigen Fall mit Wikipedia keine Rolle zu spielen.

Abgesehen von den möglicherweise berechtigten Interessen, muss die Verhältnismäßigkeit der Aktion hinterfragt werden. Eine Verantwortung haben hier nicht unbedingt die Eltern. Sie handeln in einem persönlichen Interesse. Verantwortung für die Wahrung der Verhältnismäßigkeit und Interessen der Allgemeinheit hätte das Gericht zeigen müssen. Ein weiteres Mal offenbart sich hier die Inkompatibilität der deutschen Gerichtsbarkeit im Internetzeitalter. Sie ist nicht in der Lage verschiedene Interessen abzuwägen und ermöglicht oft nur einseitige Entscheidungen, anstatt einen Interessensausgleich zu fördern. Die Vorgehensweise die größte frei zugängliche Onlineenzyklopädie in deutscher Sprache (mit gegenwärtig 343.751 Artikeln!) wegen der vollständigen Namensnennung eines toten Hackers sofortig zu sperren (und somit der Versuch den Zugang zu einer Site, die bei den Zugriffen noch vor Medienkonzernen wie CNN rangiert einzuschränken), erscheint mehr als fragwürdig. Warum war es nicht möglich Wikipedia, um eine vorübergehende Sperrung des Vollnamens zu bitten, bis zu einer vollständigen gerichtlichen Klärung? Natürlich gibt es hierfür juristische Verfahrensgründe. Müssten Verfahren nicht jedoch der modernen Welt angepasst werden, anstatt Entscheidungen zu rechtfertigen, die unter den Nutzern (der Bevölkerung) weitgehend nur auf Unverständnis stoßen (können) (siehe: http://www.wikimedia.de/2006/01/einstweilige-verfuegung#comment-118).

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22c3: Deliciösr, gfrapptr, vrflickrtr, technoratisiertr, vrfurltr, gfeedstr, vrwikpdiatr, gpläztr, torrentiertr CCC

Der Chaos Communication Congress ist nicht nur eine ‘European Hacker Conference’. Natürlich sind unter den Anwesenden der ein oder andere Angestellte des Bundes (wird vermutet) und ein paar Sicherheitsexperten großer Konzerne. Hier trifft sich zunehmend aber auch eine Nutzerelite - Leute die die ganzen neuen hippen Dienste im Internet nutzen.

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Hab deine Fotos bei flickr gesehen und zu meiner Verwunderung festgestellt, dass da kein Copyright drauf ist

Das Thema Copyright und Schutz des real nicht existierenden geistigen Eigentums ist tausend Mal in den Medien durchgekaut worden. Ständig ist von Diebstahl und kriminellem Kopieren die Rede. Die Idee des Copyleft oder wie bei den Creative Commons „some rights reserved“ erscheint vielen daher mittlerweile als unglaublich. Heute Nachmittag erhielt ich ein Email von Bob.

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22c3: Jobs beim Jahreskongress des Chaos Computer Club! „Die Bezahlung ist mies und die Arbeit anstrengend“

Beim Abschlussevent des diesjährigen Kongresses vom Chaos Computer Club hat der langjährige Organisator Tim Pritlove auf Jobs beim Kongress des CCC im kommenden Jahr hingewiesen.

Interessierte sind aufgefordert im Vorfeld der Organisation des Kongresses mitzuwirken! „Die Bezahlung ist mies und die Arbeit anstrengend“, so ähnlich fasste es Tim zusammen. Aber auch „rewarding“ und ungemein interessant! Und das Leben in Berlin ist auch nicht das Schlechteste!

Das Team dieses Jahres hat hervorragende Arbeit geleistet und wurde mit tosendem Applaus der Teilnehmer geehrt.
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