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Open Source

Hab deine Fotos bei flickr gesehen und zu meiner Verwunderung festgestellt, dass da kein Copyright drauf ist

Das Thema Copyright und Schutz des real nicht existierenden geistigen Eigentums ist tausend Mal in den Medien durchgekaut worden. Ständig ist von Diebstahl und kriminellem Kopieren die Rede. Die Idee des Copyleft oder wie bei den Creative Commons „some rights reserved“ erscheint vielen daher mittlerweile als unglaublich. Heute Nachmittag erhielt ich ein Email von Bob.

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Freifunk immer beliebter bei Chinesen

Einer der wichtigsten Uplinks des Freifunk-Netzes ins Internet befindet sich auf dem Gebäude des Neuen Deutschlands. Das ist ganz in der Nähe des Ostbahnhofs und gleich gegenüber eines der größten Studentenwohnheime Berlins. Leider gibt es hier, genauso wie in großen Teilen Friedrichshains kein DSL. Da wird Freifunk für die Studenten im Wohnheim gleich noch interessanter. Neben Jing kommen auch viele andere von ihnen aus China, zum Beispiel Gang ( 刚 ) und Jia ( 稼 ).

Sie finden Freifunk ist eine Superidee und sind deshalb heute zum wöchentlichen Treffen in die C-Base gekommen. Die beiden wollen nicht nur kostenlose Surfer im Netzwerk, sondern echter Teil des Netzwerks werden. Und so haben sie sich zwei Router zugelegt, die als Knoten agieren und das Freifunk-Signal ständig empfangen und weitergeben. Hier möchten sie sich ihre Hardware jetzt gerne einrichten lassen.

Laut Gang und Jia sind die meisten Chinesen im Wohnheim bereits an das Netz angeschlossen. Da lachen sie und freuen sich, dass sie ab heute Abend auch im Netz sein werden. Für eine IP haben sie sich schon registriert und jetzt hilft ihnen in der C-Base jemand mit der Software und dem Router. Den zweiten Router wollen sie selbst hinkriegen. „Mal schauen, ob wir das schaffen. Ich denke ist kein Problem..“ meint Jia zu mir. Von meiner Frage, ob sie denn auch wüssten wer letztendlich für den Uplink zum Internet bezahlt, sind sie gar nicht überrascht. „Natürlich gibt es ein Konto, wo man etwas überweisen kann.“ Na ja, aber wenn nicht genug Leute mitmachen, gibt es ein Problem. Das wissen die Beiden auch bereits. Jetzt sind sie aber erst einmal froh, dass alles geklappt hat. „Hm, ich hoffe es funktioniert zu Hause auch so gut.“, sagt Gang. „Klar bestimmt!“, rufe ich ihnen beim Einsteigen in die S-Bahn hinterher. „Schickt mir ein Email, wenn es klappt!“

Freifunk in Berlin – Wenn ich mit meinem „Schleppi“… (offene Netzwerke)

Wenn ich mit meinem Laptop (oder auch Schläpptop wie es sich im Berlingua mittlerweile immer mehr durchsetzt) unterwegs bin, sehe ich immer häufiger offene drahtlose Netzwerke über die ich mich einfach so in das Internet einwählen kann. Ein Name der auf meinem Display in den verschiedensten Ecken der Stadt immer wieder auftaucht ist Freifunk – in meiner Lieblingsbar in der Kopenhagener Straße genauso, wie bei Jing im Studentenwohnheim am Ostbahnhof oder im Sommer auf dem Boxhagener Platz.

www.freifunk.net: Die Idee von Freifunk basiert auf Internetzugängen, die von privaten Teilnehmern in der Stadt zur Verfügung gestellt werden sollen, wodurch sich ein freies Bürgernetz bildet, dass sich nach und nach über die ganze Stadt erstreckt.

Super Idee, denn so kann ich ja überall in der Stadt ins Internet! Doch ganz so einfach geht der Login bei Freifunk nicht. Denn, bei Freifunk handelt es sich um ein Netzwerk und nicht nur um einen einzelnen Zugangspunkt. Ein derartiges vermaschtes Netzwerk erfordert eigene Protokolle und Software. Auf den Websites der Freifunk Community steht diese Software jedem frei und kostenlos zur Verfügung und wird von Enthusiasten, die sich hauptsächlich um den Entwickler Sven Ola scharen, stetig weiterentwickelt. Sie beinhaltet Programme für Access Points die drahtlosen Internetzugang im Freifunk-Netzwerk bereitstellen auf der einen Seite und auf der anderen Seite ein Programm, das auf dem eigenen Computer läuft und jedem die Teilnahme im Netzwerk ermöglicht.

Bevor ich mich einloggen konnte, benötigte ich auch noch eine eindeutige Kennung für meinen Computer, eine IP-Adresse. Um diese zu erhalten, erstellt man auf dem Portal der Berliner Freifunker, das die IP-Adressen verwaltet, ein Konto und beantragt diese unter dem Stichwort IP-Vergabe. Die ersten Schritte sind getan! Nachdem die Software installiert ist, wird die IP-Nummer eingetragen. Es funktioniert wirklich! Super!

Na ja, zu manchen Orten und zu manchen Zeiten kann es dennoch schwierig sein eine stabile Verbindung zum Internet herzustellen. Denn, die Sache kann natürlich nur funktionieren, solange es auch genug Leute gibt, die ihren Internetzugang zur Verfügung stellen und nicht nur Leute, die das Netzwerk lediglich als kostenlose Alternative für ihren Internetzugang nutzen.

In Stadtteilen wie in Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg wird an manchen Ecken schon eine gute Netzwerkdichte erreicht, aber um ein stadtweites Bürgernetz aufzubauen, bedarf es noch einiger Arbeit, vor allem wahrscheinlich Überzeugungsarbeit, und dem Engagement vieler weiterer Mitstreiter, … aber das Projekt ist „work in progress“. Also, bin ich für die Zukunft gespannt.

In der Zwischenzeit habe ich mein WLAN, mein drahtlosen Internetzugang, zu Hause erst einmal so konfiguriert, dass auch Leute, die die Freifunk-Software noch nicht nutzen bei mir online gehen können. Freifunk habe ich sie trotzdem genannt – damit man bescheid weiß, dass mein Heimnetz offen ist und weil die Idee der Freifunker einfach Klasse ist!

Detaillierte Anleitungen zum Mitmachen gibt es auf den verschiedenen Websites der Freifunker. Einmal pro Woche trifft sich die Community zudem in der C-Base in der Nähe der Jannowitzbrücke. Auch neue Mitstreiter und Interessierte sind dort immer willkommen.

„Jeden Mittwoch kann man in der c-base in der Rungestrasse 20 in Berlin alles lernen was man zur Teilnahme am olsrexperiment braucht - vom Antennenbau bis zur Accesspointkonfiguration.“ (olsrexperiment.de)

 

 

Freifunk-Videos: Flo Fleissig a.k. floflei6 präsentiert Freifunk

Freifunk auf dem Dach (Folge 1)

Freifunk in der Box (Folge 2)

Ich brat' mir 'ne Freifunkantenne (Folge 3)


 

 

Freifunk im Internet

Freifunk Initiative, http://www.freifunk.net
OLSR Experiment, http://olsrexperiment.de
Freifunk-Software für Access Points: http://sourceforge.net/projects/ff-firmware
Berliner Freifunk-Mailingliste: https://www.olsrexperiment.de/cgi-bin/mailman/listinfo/berlin
IP-Verwaltung: http://olsrexperiment.de/index.php?option=com_ipvergabe&Itemid=65

 

Weitere Berliner WLAN-Seiten

RetroNet Berlin, http://www.retroberlin.de
WLAN Hohenschönhausen & Weißensee, http://www.wlanhsh.de
Kuhfunk in Berlin, https://wiki.in-berlin.de/twiki/bin/view/Kuhfunk

 

Weitere Links zum Thema

Telepolis: Freie drahtlose Bürgernetze, Teil 1, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12554/1.html
Telepolis: Freie drahtlose Bürgernetze, Teil 2: Consume - der kollektive Verbrauch von Bandbreite Free, http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12633/1.html
Networks Community, http://www.freenetworks.org

 

 

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